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Tresor-
Schatten |
Die Tresoriere: das ist jene Bankangestellte, die im Kellergeschoss sitzt, in einem streng gesicherten Raum, in den kein Tageslicht dringt, in dem kein Lufthauch zu spüren ist. In Margrit Schribers Roman ist es Magda, die mit 20 Jahren in den Tresor geht nach einer unglücklichen Affäre mit dem Bankrat. Dort verwahrt sie das, was den Kunden wertvoll ist; dort verwahrt sie aber auch sich selbst, ihre Jugend, die Einmaligkeit ihrer Geschichte. Mit der ihr eigenen stilistischen
Prägnanz lässt Margrit Schriber ihre Figuren Variationen ein und derselben Geschichte durchleben. Ihr Roman ist eine Parabel auf unsere Zeit, in der große Gefühle sinnlos, weil
beliebig wiederholbar sind. |