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Rauch-richter |
Eine alte Frau am Fenster, vor sich den Blick auf Dächer, Luken,
Antennen. In der Dämmerung scheinen die Rauchrichter auf den Kaminen über die Stadt zu Gericht zu sitzen. Eine der Stanzfiguren erinnert sie an die Silhouette der
verstorbenen Schwägerin. Hat sie, die Schwägerin, ihr nicht vorausgesagt, was geschehen würde ? Der eigene Sohn ist ihr fremd. Unter Opfern zu Großem erzogen, unfähig zur eigenen Karriere, zielt sein Ehrgeiz auf die begabte Ehefrau. Sie führt bald den berühmtesten Hutsalon der Stadt, verschafft ihm Ansehen und Luxus, ohne die er nicht leben kann. Als Hüte nicht mehr in Mode sind, widmet er sich der Karriere der Geliebten. Beutet ihre Fähigkeiten zur Immobilienmaklerin
aus, macht sie. Bis auch diese Karriere der Zeit zum Opfer fällt und nur das verfallende Haus der
Mutter bleibt, das sich so rentabel umbauen ließe. Wie
Fliegen im Spinnennetz sind
Margrit Schribers Figuren. Gebannt
schaut man zu, denn man sieht sie,
man versteht sie beinah, hat aber
kein Mitleid. «Margrit Schriber bringt es fertig, zarte Sätze zu Alpträumen werden zu lassen.»
(Neue
Zürcher Zeitung) |