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Muschel-
Garten |
Eine Bar in einem kleinstädtischen
Gasthof, hinter der Theke die neue
Bardame in glitzernder Bluse und geschlitztem Rock. Die Wirtin sei fort, heißt es. Und ein Gast, irgend jemand, denkt sich die Geschichte der
abwesenden Wirtin aus.
Margrit Schriber erzählt filmisch, in überraschenden Perspektivwechseln. Bemerkt man zunächst noch den
Erzähler als Regisseur hinter der Kamera, folgt das Kameraauge bald den selbständig agierenden Personen.
Die Wirtin wird von ihrem Mann zu seiner Schwester aufs Land gebracht. Das Kind begleitet sie. Im Haus auf dem Hügel, unter der Obhut der Schwester, soll sie wieder zu sich kommen, sich das Trinken abgewöhnen. Es ist ein sanftes Gefängnis, die
Fürsorge der Schwester allumfassend. Zur Untätigkeit verurteilt, versinkt die Wirtin in Passivität, trinkt immer mehr. Ihre Schwäche kommt der Schwester gelegen.
Zielstrebig arbeitet
sie darauf hin, die Wirtin zu verdrängen, selber deren Platz einzunehmen.
Zum Schluss sind beide Frauen Verlierer. Sich gegenseitig ausgeliefert,
bleiben sie in dem Gartenlabyrinth zurück,
in dem die Wege mit Versteinerungeneingefasst sind.
"Höchst eindrücklich, wie scheinbarnichts geschieht und doch alles sich
verändert. Ein beklemmendes Buch,
und ganz gelungen, davon bin ich
überzeugt. "
(Beatrice von Matt) |