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Aussicht gerahmt |
"Dass
der Wohnraum nicht nur den Tag des Menschen, sondern auch seine Innenwelt
bestimmen kann, ist eine alte Erfahrung. Wohnräume weisen auch immer
Fenster auf, die Licht und Aussicht gewähren. Solche Aussichten sind
räumlich begrenzt; aber sie vermitteln dennoch Ausblicke in das, was
etwas großzügig ,Welt, genannt wird. Den Ausblicksort am ,Fenster, hat
sich die 1939 in Luzern geborene Margrit Schriber in ihrem Erstling
,Aussicht gerahmt' als Erzählperspektive gewählt. Eine junge Frau lebt in
einem Haus; das Fenster gibt ihr den Ausblick frei auf die nähere Umgebung,
auf kleine (und doch große) Ereignisse im Quartier, auf die Bretterbuden mit
italienischen Arbeitern, auf die Straße mit all ihren Verkehrsgeräten, aber
auch mit dem spielenden Kind, das immer wieder beschrieben wird.
Registrierend nimmt Margrit Schriber in ihrer sensiblen Art Inneres
und Äußeres wahr. Wahrnehmen als Bedürfnis, Wahrnehmen, Beobachten,
gleichsam als ein Rausch, der immer wieder unterbrochen wird von dem
warnenden Bewusstsein, der Frage: Was ist hier wirklich?" |