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Montcaret, 15. April 2009
Die riesigen alten Bäume neigen ihr frisches
Laub über die Kieswege. Eine grüne Haube. Sie tropft vom
Regen, der über diese Ostertage auf das Blätterdach gefallen
ist. Die Gräser, die Rispen und Dolden wachsen ihm entgegen.
Und es ist ratsam, Briefe zu verschicken, ehe man vollkommen
in einem nassen Moospolster des Wegs eingesogen und
überwuchert ist.
Ich habe lange nichts von mir hören lassen.
Aber ich war da. Voll Feuer. Voll Leben. Voll Ideen. Ich
habe getanzt in meinem Kopf. Es gab keine Grenzen. Ich habe
mit Sätzen nur so um mich geworfen. Szenen eingefangen,
undeutlichen Schemen ein Gesicht gegeben und diesen
Persönlichkeiten ein abenteuerliches, herrliches, bisweilen
auch entsetzliches Leben zu Füssen gelegt. Dazu umgab ich
sie und ihren Tag mit einem Hauch von Zauber, so dass sie
sich in unserem Kopf festsetzen und weiter zu leben
beginnen.
Mein neuer Roman erscheint gegen den
17.8.2009 im Verlag Nagel & Kimche. Er heisst: „Die
hässlichste Frau der Welt“. Es ist wiederum ein historisch
inspirierter Roman mit einem Bezug zur Innerschweiz. Diesmal
aber geht die Reise von England nach Deutschland, Österreich
bis nach Russland und wieder zurück.
Jetzt kehre auch ich zurück zu mir. In mein
Leben. In meinen Park. In mein Grün. Die Zeit ist mir beim
Schreiben fliegend vergangen. Ich werde siebzig. „Die
hässlichste Frau der Welt“ ist mein Geburtstags-Geschenk.
Ich hoffe, dass meine Freunde, die mich durch die Jahre
begleitet haben, sich jetzt von mir an der Hand nehmen
lassen, damit ich Euch lesend durch den grenzenlosen Raum
begleiten darf, der sich in Eurem Kopf entfaltet.
Unter meinem grünen Blätterdach hier in
Südwestfrankreich wünsche ich mir, Euch von Satz zu Satz
zu verzaubern.
Herzliche Grüsse
Margrit Schriber |